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Die wichtigsten Yoga-Arten im Überblick
Yoga wird auch in der westlichen Welt immer beliebter. Doch die Meditationsform ist keine Erscheinung der neueren Sportkultur. Bereits seit vielen Jahrhunderten üben die Menschen östlicher Kulturen Yoga aus, um den Körper und den Geist in Einklang zu bringen. Mit dieser Sportart kann Stress gelindert werden und das Bewusstsein für den eigenen Körper steigt. Der Geist findet zu seiner inneren Mitte und ist ausgeglichen. Neben verschiedenen Übungen, die die Koordination schulen sollen, stehen auch Atemübungen auf dem Programm. Die Varianten des Yoga sind dabei sehr unterschiedlich.

Welches Yoga ist für mich das richtige?
Neben den traditionellen Formen gibt es vor allem in Europa immer neuere Varianten. Sie kombinieren verschiedene Übungen und Sportarten miteinander. Dabei sind die Präferenzen sehr unterschiedlich. Diese hängen einerseits vom individuellen Alter und Fitnesszustand ab, auf der anderen Seite spielen aber auch Aspekte, wie die Gruppengröße und die Kursleitung eine wesentliche Rolle. Um herauszufinden, welche Form des Yoga für wen geeignet ist, sollten die verschiedenen Varianten ausprobiert werden.

Hatha Yoga
Diese Form beschäftigt sich vor allem mit den körperbetonten Übungen. Übersetzt bedeutet der Begriff “Hatha” soviel wie Kraft oder Gewalt. Gewalt steht dabei aber nicht im Fokus dieser Praktik. Vielmehr kommt es darauf an, die Übungen mit einer größtmöglichen Körperspannung kraftvoll durchzuführen. Dabei spielt auch der Atem eine große Rolle. Während der Trainingseinheit sollen die Teilnehmer darauf achten, dass sie gleichmäßig atmen und nicht verkrampfen. Dadurch wird das Bewusstsein für das Atmen gestärkt, wodurch auch Stresssituationen besser überstanden werden können. Neben der Beweglichkeit des Körpers wird bei dieser Form auch der Gleichgewichtssinn gefördert. Außerdem werden ganz nebenbei die Muskeln gestärkt.

Iyengar Yoga
Bei dieser Variante, welche nach seinem Erfinder benannt wurde (B.K.S. Iyengar, *1918, Indien), spielen Hilfsmittel eine große Rolle. Während den Trainingseinheiten finden beispielsweise Matten, Klötze und Gurte, aber auch Stühle Verwendung. Die Hilfsmittel sollen es ermöglichen, auch schwierige Haltungen einnehmen zu können. Auch bei einfachen Übungen werden sie verwendet, damit der Teilnehmer eine intensivere Wahrnehmung des Körpers erlangt. Die Technik sowie die individuelle Ausdauer sind wichtige Aspekte. Außerdem sollen die Übungen äußere Faktoren, wie Wetter und Tageszeit, auf den seelischen und körperlichen Zustand des Teilnehmers abstimmen.

Kum Nye
Diese als Heilyoga bezeichnete Form stammt aus Tibet und wird von buddhistischen Mönchen praktiziert. Hierbei beschränken sich die Übungen auf die Körperhaltung. Im bewegungslosen Sitzen sollen die Teilnehmer auf ihre Atmung achten. Werden Bewegungen ausgeführt, so erfolgen diese in langsamer und konzentrierter Form. Das Bewusstsein soll auf den Körper gerichtet werden. Auch Selbstmassagen und die Stimulation von Druckpunkten spielen beim Kum Nye eine wesentliche Rolle. Diese Praktik wurde in einigen modernen Yogaformen als Grundlage herangezogen. In der Mindfulness-Based Stress Reduction finden die Übungen Anwendung. Dabei steht die Reduktion von Stress an oberster Stelle.

Power Yoga
Hierbei führen die Teilnehmer kraftvolle Übungen aus. Das Yogaprogramm hat seinen Ursprung in den USA und wurde von Bryan Kest (*1967) speziell für Schauspieler und Tänzer entwickelt. Grundlage bieten die Übungen aus dem Hatha Yoga. Beim Power Yoga werden diese Übungen mit geschmeidigen Bewegungsabläufen miteinander kombiniert. Auch die Atmung ist ein wichtiger Aspekt. Die Teilnehmer sollen lernen, bewusst zu atmen. Dadurch wird nicht nur das Körpergefühl verbessert. Auch der Stoffwechsel wird dadurch angeregt. Diese Yogaform ist für alle Menschen geeignet, die ihre Konzentration verbessern wollen. Nebenbei wird auch die Motorik des Körpers trainiert. Außerdem baut der Körper Muskelmasse auf und die Beweglichkeit wird verbessert. Wichtig ist aber, dass der Körper nicht überlastet wird. Das Ziel ist eine gleichmäßige Energiebilanz.

Chakra Yoga
Beim Chakra Yoga werden Energiezentren bewusst in den Übungen fokussiert. Die Energiezentren verlaufen entlang der Wirbelsäule und können mit den anatomischen Nervenzentren verglichen werden. Bei dieser Variante des Yoga geht es darum, die Zentren in ein Gleichgewicht zu versetzen. Die Stärkung des Immunsystems und die Stabilisierung des Kreislaufsystems bilden dabei eine wichtige Basis. Dadurch werden auch die Organe in ihrer Funktion positiv unterstützt. Umgesetzt werden diese Ziele durch meditative Einheiten. Aufgrund der positiven Folgen auf den Geist kann diese Variante auch bei psychischen Problemen angewendet werden.

Fazit: Wer lernen möchte, wie er den Stress im Alltag besser überstehen kann, der hat mit einem Yogakurs die richtige Wahl getroffen. Allerdings gibt es viele verschiedene Varianten mit unterschiedlichen Übungen und Zielen. Schnupperkurse oder spezielle Yoga Reisen für Anfänger können dabei helfen, eine Entscheidung zu treffen. Der persönliche Zustand sollte bei der Wahl miteinbezogen werden. Auch das Ziel, was jeder Einzelne mit Yoga verfolgen möchte, beeinflusst die Entscheidung.

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