Indien ist ein Land voller Gegensätze. Es ist ein Land der eisigen Gebirge und tropischen Dschungel und der prunkvollen Nobelviertel und ärmlichen Slums. Doch es ist ebenso das Land des Hinduismus und einer ausgeprägten spirituellen Kultur.

Der Aschram: Meditation in Indien

Was hierzulande das Kloster ist, ist in Indien der Aschram. Aschram bedeutet soviel wie „Ort der Anstrengung“ und ist auf die vier Lebensstadien im Hinduismus zurückzuführen. Im Aschram werden die Schüler von einem Guru geführt und in den spirituellen Praktiken gelehrt. Andere Aufgaben wie Mantras rezitieren, Gebete sprechen und Vorträge halten werden von den Yogis übernommen. Die Bewohner der Aschrams führen ein asketisches Leben und die Tage werden überwiegend mit Meditation, Arbeit und Beten gefüllt.

In Indien gibt es zahlreiche Aschrams. Einige lassen Besucher von Außerhalb zu, verlangen jedoch eine Anpassung an die Gepflogenheiten und den täglichen Ablauf. Erfahrungen im klösterlichen Leben und Kenntnisse im Hinduismus sind deshalb von Vorteil. Bekannte Aschrams stehen in Agra, Puducherry, Rishikesh und Ahmedabad. In Letzterem übte Mahatma Gandhi einige Jahre die tägliche Praxis.

Tantra und die Chakren

Auch beim Tantra geht es um die Energiezentren. In Indien finden sich viele Tantra-Institute, die Besucher in den unterschiedlichen Elementen des Tantrismus lehren. Zentren finden sich in der Stadt Delhi, aber auch in kleineren Provinzen. Möchte man sich als Indien-Reisender in einem der Institute einschreiben, sollte man jedoch auf einige Dinge achten, um vor Betrügern sicher zu sein. So spielt die Erfahrung der Gruppenleiter eine große Rolle und auch die Dauer des Seminars ist wichtig. Heilung und persönliches Wachstum brauchen Zeit, weshalb günstige Wochenend-Seminare wenig Nutzen haben.

Speziell im Tantra spielt auch Achtsamkeit und Respekt eine große Rolle. Deshalb sollten Seminare erst gebucht werden, wenn bereits im Vorhinein ein Kontakt zu den Veranstaltern hergestellt wurde. Schnupperkurse können eine Möglichkeit sein, schon einmal einen Einblick in die umfangreiche Lehre des Tantrismus zu bekommen. Spezielle für die Aktivierung der Chakren kann das hautnahe Erleben der verschiedenen Praktiken eine große Hilfe sein.

Pilgerziele im Land der tausend Farben

Das wohl wichtigste Ziel für viele Indien-Reisende ist der Ganges. Der Fluss wird im Hinduismus als heilig angesehen und gilt als Personifikation der Göttin Ganga. Viele Hindus reißen am Ende ihres Lebens nach Varanasi, um dort am Ganges zu sterben. Danach soll die Asche der Toten im Fluss verstreut werden. Der Ganges hat dementsprechend eine enorme Anziehungskraft auf Gläubige aus aller Welt. Möchte man die indische Kultur verstehen, ist ein Besuch unabdingbar. Aufgrund der hohen Abwasserbelastung sollte auf ein Bad im Ganges jedoch verzichtet werden, wenn man als Pilger zugegen ist.

Auch Velankanni in Südindien ist ein lohnenswertes Ziel. Der Ort ist für seine Marienerscheinung bekannt. Zwar ist Velankanni ein christlicher Wallfahrtsort, doch in der Nähe der geheiligten Stätte finden sich auch hinduistische Aschrams und einige Einrichtungen, die eine esoterische Lebensweise vermitteln. Generell sind kleinere Provinzen wie Nagapattinam für Sehenswürdigkeiten bekannt, die eine Menge mit der indischen Esoterik und der Kultur des Landes zu tun haben. Auch die bodenständige Lebensweise der Inder einmal mitzuerleben, kann helfen, den eigenen Glauben besser zu verstehen und zu festigen und die Kraft der Chakren zu erneuern.

Einige praktische Reisetipps

  • Vorab gut über die Kultur informieren und diese respektieren
  • Offen und freundlich auf die Menschen zugehen
  • Keine spezielle Erwartungshaltung haben, sondern offen alle neuen Eindrücke empfangen
  • Versicherungsschutz im Ausland prüfen, ggf. Auslandskrankenversicherung abschließen – mehr Infos
  • Reise- und Sicherheitshinweise beachten