Wohl kaum jemand würde sich einen „Ja-Sager“ nennen, dennoch gibt es zahlreiche Situationen in unserem Leben, in denen wir „Ja“ sagen, wenn wir „Nein“ meinen.
Die meisten Menschen tun dies jeden Tag. Häufig handelt es sich dabei um kleine Notlügen, die das Miteinander erleichtern und niemandem schaden, auch dem „Ja-Sager“ nicht. Allerdings gibt es Situationen, in denen ein „Ja“ an der falschen Stelle schadet. Nämlich dann, wenn der Sprechende sich und sein Selbst damit verleugnet.

Dem Bauch vertrauen

Durch eine Antwort, die nicht dem eigenen Ich entspricht, entfernt man sich ein Stückchen von einem gesunden und ausgeglichenen Inneren. Kannst Du Dein Inneres noch einigermaßen wahrnehmen und vertraust auf Deinen Bauch und die Intuition, wirst Du bei einem „Ja“ an der falschen Stelle wahrscheinlich ein flaues Gefühl in der Magengegend verspüren. Dazu kommen Gedanke wie „Warum hab ich denn jetzt Ja gesagt?!“ Wenn dem so ist, kannst Du froh sein. Zwar solltest Du daran arbeiten, öfters einmal „Nein“ zu sagen, aber immerhin macht sich dein Unterbewusstsein noch bemerkbar und zeigt dir, welchen Weg Du eigentlich einschlagen solltest.

Krank werden durch blockierte Energien

Doch warum sagen wir so oft „Ja“, wenn wir eigentlich „Nein“ meinen?
Häufig geht es darum, das Gegenüber nicht zu verletzen und ihm nicht zu nahe treten zu wollen. Oft will man sich nicht mit dem anderen auseinandersetzen. Da ein „Nein“ oft zu erstaunten Blicken, hochgezogenen Augenbrauen, Nachfragen, Diskussionen oder gar einem Streit führt, ist nach einem „Ja“ meistens erstmal Ruhe. Einfach ist es „Ja“ zu sagen, aber auch besser?
Natürlich können Diskussionen anstrengend und unschön sein – wer jedoch nie zu sich und seiner Meinung steht, läuft Gefahr, krank zu werden. Energien werden blockiert und können so zu den verschiedensten Beschwerden führen.

Wenn Du nicht gelernt hast, zu sagen, was Dir wichtig ist, solltest Du nun diesen Weg einschlagen. Wer „Nein“ sagt, verletzt damit nicht zwangsläufig jemanden; der Ton macht immer noch die Musik. Eine kurze, angehängte Erklärung nimmt bei brisanten Fragen zudem den Wind aus den Segeln.

Nein sagen üben

„Nein“ zu sagen, sollte man nicht bei den besten Freunden oder innerhalb der Familie üben, wenn das Selbstbewusstsein nicht allzu stark ausgeprägt ist. Stattdessen wählt man Fremde, da Du diese im Zweifelsfall nie wieder siehst. Situationen gibt es im Alltag ausreichend: An der Schlange vor der Kasse im Supermarkt möchte jemand vorgelassen werden? „Nein, tut mir leid, meine Arbeitspause ist gleich zu Ende“. Dies bitte nicht falsch verstehen und meinen, man müsse nun immer unfreundlich sein und jeden Gefallen abschlagen. Doch wenn es tatsächlich so ist, dass es nicht passt, sollte man es eben sagen.
Ein flüchtiger Bekannter fragt im Vorbeigehen, ob es Dir gut geht? „Nein, nicht so gut.“ Keine Angst: in der Regel folgt jetzt ein „Ach so, dann gute Besserung. Ich muss jetzt schnell weiter!“ weil sich die wenigsten Menschen ernsthaft Sorgen von anderen anhören möchten.

Nur Mut, man verändert sich nicht von heute auf morgen. Allerdings muss man anfangen und dann in kleinen Schritten vorwärts gehen.
Fang doch einfach an, „Nein“ zu sagen.